Capo Mimosa, 21.04.2000
Vollmond
Noch liegt das Meer dunkel, ruhig und still
doch bin ich unruhig und in Erwartung!
Am Himmel leuchten die Sterne
und die Lichter der Stadt glänzen.
Alles scheint ganz harmlos, wäre da nicht ein Zittern,
gleich elektrischem Strom, das mich durchfährt.
Spannung liegt in der Luft, unerklärlich …
denn leise und sanft rauscht das Meer,
das sich plätschernd am Ufer verliert.
Harmlos …
Doch irgendetwas stimmt nicht,
kein Vogel ist zu hören, kein Laut
und in mir ist ein Gefühl, Urgefühl, Instinkt!?
Und da …
schiebt sich in die Schwärze der Nacht,
erst nur eine Ahnung, langsam, unaufhörlich
meine Spannung steigt,
ein Streifen nur
dann
glutrot schiebt er sich empor, der Mond.
Geheimnisvoll und unfassbar schön,
beängstigend wirkt der rote Schein.
Und nicht langsam, schnell steigt er hinauf,
seinen Platz zu finden.
Ein Schimmern erscheint auf dem Meer und
taucht es in ein geheimnisvolles Licht.
Der Mond ist geboren, blutig
aus dem Wasser erhob er sich und
während er wächst, ändert er seine Farbe von
rot in hellrot und
heller und heller erstrahlt er
und taucht das Meer in silbriges Licht.
Bis er letztendlich hell und rund erstrahlt
der Vollmond.
